Tarifumschaltung

Bei Tarifkunden in Deutschland, zum Beispiel den privaten Haushalten, wird bei Bedarf die Ausführung mit zwei Tarifzählwerken eingesetzt. So kann in Zeiten geringer Nachfrage der Stromverbrauch für den Kunden günstiger abgerechnet werden. Dies wird vereinbart, um in den so genannten Schwachlastphasen, meist nachmittags und in der Nacht, elektrische betriebene Wärmespeicherheizungen zu versorgen. Für die Energieversorger wird durch diese Zu- oder Abschaltung von Verbrauchern zur Wärmeerzeugung ein Ausgleich in der Netzbelastung erreicht.

Es gibt elektromechanische Energiezähler mit zwei und mehr Zählwerken, um zeitbezogen unterschiedliche Tarife abrechnen zu können. Zwischen diesen Zählwerken wird beispielsweise durch eingebaute oder externe Rundsteuerempfänger (die durch zentrale Rundsteueranlagen im Energieversorgungsunternehmen gesteuert werden) umgeschaltet.

Bei Sondervertragskunden (Industrie) waren weitere elektromechanische Zählwerke für die Energiemessung gebräuchlich. Hier wird vollständig auf elektronische Zähler mit einer Aufzeichnung der Momentanwerte des Lastgangs umgestellt. Vielfach sind diese Zähler mit einer Datenleitung, beispielsweise an das Telefonnetz, angeschlossen, um ohne Zeitverzug abrechnen zu können. Auch elektronische Zähler mit Drahtlosübertragung der Daten über Handynetze sind verbreitet.

Die Tarifumschaltung wird entweder durch eine Zeitschaltuhr oder über Rundsteueranlagen gesteuert. Bei der Rundsteueranlage werden die Steuersignale über das Stromnetz geschickt. Die Impulse werden im Niederfrequenzbereich (bis etwa 1 kHz) auf die Netzspannung von 50 Hz aufmoduliert.