Aufpreismodell

Einen Sonderfall stellt das so genannte Aufpreismodell dar. Hierbei bleibt der Kunde bei seinem alten Stromversorger und bezieht weiterhin den Strom, der dem Strommix des jeweiligen Versorgers entspricht. Weil man jedoch einen höheren Strompreis bezahlt, wird der Differenzbetrag an Programme zur Förderung von Anlagen zur Stromerzeugung aus Erneuerbarer Energie weitergeleitet.

Dieses Modell wird vor allem von Stadtwerken genutzt. Das reine Aufpreismodell ist heute ein Auslaufmodell. In der Schweiz ist das Aufpreismodell noch weit verbreitet.

Bau und Förderung von Neuanlagen

Umweltverbände verweisen darauf, dass die Frage der Belieferung aus regenerativen Kraftwerken nur einen Aspekt von Ökostrom ausmache. Änderungen im Sinne der Umwelt könnten nur erreicht werden, wenn neue regenerative Anlagen gebaut und betrieben und so die konventionellen Kraftwerke verdrängt würden.

Ein ideales Ökostromprodukt basiert deshalb auf einer zeitgleichen Belieferung der Kunden aus bereits bestehenden regenerativen Kraftwerken und einer möglichst hohen Förderung des Ausbaus der Erzeugungskapazität. Dieses Modell wurde zuerst von der Naturstrom AG und Greenpeace energy propagiert und setzt sich bei den seriösen Ökostromanbietern mehr und mehr durch. Beispielsweise hat sich Greenpeace energy verpflichtet, die pro Jahr an eigene Kunden abgesetzte elektrische Energie spätestens nach fünf Jahren aus in dieser Zeit neu gebauten Kraftwerken zu beziehen.

Bei Naturstrom AG sowie bei den Elektrizitätswerken Schönau hat der Kunde zusätzlich die Möglichkeit, sich mit einem Aufpreis für ein Produkt mit höherem Ausbau der Erzeugungskapazitäten zu entscheiden.

Die NaturWatt GmbH hat in ihrem Gesellschaftervertrag verankert, dass Gewinne ausschließlich zum Ausbau erneuerbarer Energien verwendet werden. Bisher wurden damit mehrere Photovoltaikanlagen errichtet.