Zertifizierung

Stromerzeugungs-Zertifikate (auch Gütesiegel oder Label genannt) sollen die ökologische Produktion eines Stromangebotes bestätigen. Bekannte Beispiele sind das Grüner Strom Label und das OK Power Label sowie verschiedene Zertifizierungen der großen TÜV-Gesellschaften.

Ein zentraler Punkt bei der Bewertung von Ökostrom-Angeboten ist die Frage, ob tatsächlich zusätzliche umweltfreundlich hergestellte elektrische Energie und damit weniger fossiler/atomarer Strom produziert wurde. Zertifizierte Anbieter verpflichten sich, zusätzliche Produktionskapazitäten aufzubauen.

Bei nicht zertifiziertem Ökostrom verteilen konventionelle Stromanbieter häufig vorhandenen Strom aus umweltfreundlichen Quellen (meist bestehende Wasserkraftwerke) um und verkaufen ihn teurer. In letzterem Fall erhalten die „normalen“ Stromkunden des Anbieters zum Ausgleich einen höheren Anteil am fossilen/atomaren Strom, es tritt kein Umwelteffekt auf.

Einige Umweltorganisationen haben Ökostrom-Zertifikate mit entwickelt bzw. unterstützen sie, während andere Organisationen kritisieren, dass die Zertifizierungskriterien teilweise nicht ausschließen, dass eine wirtschaftliche Verflechtung mit großen Atom- und Kohlestromfirmen besteht, welche an einer Energiewende nicht interessiert seien. Da beispielsweise das OK Power Label auch Ökostromangebote von Vattenfall und EnBW zertifiziert hat, haben die Ökostromanbieter Elektrizitätswerke Schönau und Greenpeace energy bewusst auf diese Label verzichtet, obwohl sie die Bedingungen dafür erfüllen.

Mittlerweile haben sich alle großen und einige kleinere deutsche Umweltverbände in der Kampagne Atomausstieg selber machen zusammengeschlossen, die nur konzernunabhängige Ökostromanbieter empfiehlt und dabei auf Label keinen besonderen Wert legt. Mitglied in diesem Bündnis sind auch jene Umweltorganisationen, die das Grüner Strom Label und das OK Power Label unterstützen.